strandbad mythenquai

Organizer: stadt-zuerich.ch/hbd


Team:
Architecture Damir Masek www.damirmasek.net
Landscape architecture Kaspar Hartman, Annika Roethemeyer www.aspland.ch
Art Beat Zoderer, collaborator Luca Degunda
Visualization Lutz Koegler www.nightnurse.ch
Glass metal planning Joseph Rochet www.rrmetallbau.ch
Gastro planning Thomas Siegrist
Building physics Daniel Gilgen www.raumanzug.eu
Building services www.grisoni-haustechnik.ch
Statics Stefan Baenziger www.wggsp.com
Costs, construction economics Oliver Hildenbrand www.planixteam.ch
Daylight planning Andi Gut www.lichtgestaltung.ch



FEN

LIDO MYTHENQUAI KIOSK BUILDING, OPEN SPACE AND ART & ARCHITECTURE, ZURICH, SWITZERLAND, 2010.

Open international competition, 7. prize of 138 participants

Konzept

Das Projekt setzt die bestehende Bebauung entlang dem Mythenquai fort. Die
grössere Wiesenfläche entlang dem Zürichsee erhöht die Attraktion des Strandbades
Mythenquai. Die dienenden Räume sind im Rücken des Projektes integriert. Dieser
setzt den Lärmschutz zur Strasse fort und offeriert mediterrane Sitzmöglichkeiten der
Mauer entlang. Die verglasten Schiebeelemente ermöglichen die optimierte
Handhabung zum jeweiligen Aufkommen der Gäste. Der zusätzliche Aussencounter
zum Mythenquai bindet auch die Laufkundschaft zur Landiwiese in den Betrieb mit ein.
Selfservice und Küche präsentieren sich und ihr Angebot als offener, einladender Ort.
Der Kunstbeitrag nützt die Flexibilität der Glasmembranen in der verdichteten und
aufgefächerten Konstellation.

Materialisierung

Der weiss eingefärbte Sichtbeton mit mediterranem Flair transportiert inmitten der
Natur den Charme und die Freiheiten des Sommers. Die glänzende Unterseite des
Daches optimiert die Tageslichtsituation im gesamten Betrieb. Der Gästebereich
Selfservice ist mit Massivholz Platane ausgekleidet.

Was kann unser Projekt

Es schützt vor Sonne und Hitze mit
• einer guten Situierung zwischen hohen Bäumen und viel Grün ums Haus
• einer gedämmten Dachkonstruktion mit einem U-Wert von 0.3 bis 0.4 W/m²K,
welche die Hitze der Dachoberfläche draussen hält
• einer optimalen Querlüftung durch grossflächige Schiebefenster im
Publikumsbereich und öffenbare Oberlichter in den Nebenräumen. Die
Durchströmung mit kühler Aussenluft zwischen den Bäumen führt die Wärme
zuverlässig ab. Auch bei Windstille findet eine Durchlüftung durch thermischen
Auftrieb statt
• einer grossen Masse des Bodens und der Decke. Dadurch steigt die Temperatur
unter dem Dach nur sehr langsam an - es bleibt länger komfortabel. Nachts wird die
Masse durch Querlüftung ausgekühlt.
• einem angenehmen Boden: Der Boden um den öffentlichen Bereich ist gut
beschattet, dadurch kühl und mit seiner glatten Oberfläche barfuss sehr angenehm
zu begehen.

Es spart Strom mit
• Einer effizienten Tageslichtnutzung durch fein verteilte, kleine Oberlichter mit
grosser Lichtausbeute. Das Einschalten von künstlicher Beleuchtung wird stark
minimiert.
• einer effizienten Wärmerückgewinnung aus den gewerblichen Kühlanlagen zur
Wassererwärmung. Mit einer Solaranlage wird zusätzliche Wärme für Abwasch und
Reinigung gratis erzeugt.
• einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, welche einen Teil des Strombedarfs decken
kann.

Es ist nachhaltig durch
• einen effizienten Mitteleinsatz bei den Baumaterialien. Für das Dach wird ein Stahl-
Skelettbau verwendet. Beton wird nur eingesetzt wo es Sinn macht aus Gründen
der Robustheit und wegen der Speichermasse.
• saubere Trennung von Tragkonstruktion und Funktionsschichten. Dachhaut und
Fenster lassen sich jederzeit auswechseln.
• geringen Unterhaltsaufwand: Die Mechanik der Fenster und der Oberlichter ist zum
Beispiel sehr simpel und robust.
• eine einfache Trennbarkeit und gute Recyclingfähigkeit alle hochwertigen
Komponenten aus Stahl, Glas, Beton etc.
• eine schöne Alterung: Die Oberflächen sind robust und einfach zu reinigen, sie altern
schön und überstehen die Winterperioden problemlos

Parkkonzept
Das Strandbad Mythenquai liegt eingebunden in eine Kette von Freianlagen entlang
des Seeufers, die ausgehend vom Bürkliplatz bis zur Landiwiese über den
Seeuferweg miteinander verknüpft sind.

Drei lineare Zonen gliedern das parkartige Strandbad: Das Seeufer mit seinem
Sandstrand, die grosszügige Liegewiese mit malerischem Baumbestand und die
Zone verschiedener Badi-Nutzungen und -Angebote entlang der westlichen
Grundstücksgrenze. Diese bestehende Gliederung wird aufgenommen und durch die
Platzierung des neuen Kioskgebäudes gestärkt. Dabei wird der Rhythmus der
bestehenden Gebäude aufgenommen.

Die drei Zonen werden über ein Rundwegesystem, den Mythen-Weg, miteinander
verknüpft, wobei von den frei in der Wiese liegend konzipierten Spielbereichen
respektvoller Abstand gehalten wird. Im Bereich des neuen Kioskgebäudes weitet sich
der Mythen-Weg zum grosszügigen Aussensitzbereich, der durch die bestehenden
Bäume angenehm beschattet wird und eine weite Aussicht auf Park und See bietet.
Der bestehende Wasserspielplatz und die neuen in die vorhandene Rasenböschung
integrierten „bunten Spielsteine“ sind für Eltern vom Aussensitzbereich aus gut
einsehbar.

Die durch den Neubau wegfallenden Kinder-Umkleiden werden neu innerhalb der
bestehenden Umkleidegebäude für Frauen und Männer als „Eltern-Kind-Umkleiden“
angeboten, um die Weite und Grosszügigkeit der Anlage erhalten zu können.
Der Seeuferweg wird angemessen verbreitert und neu geführt was die Ausweitung
des einzigartigen Sandstrandes ermöglicht. Der Standort des ehemaligen
Kioskgebäudes wird als Teil der grossen Liegewiese wiederhergestellt.

Baumbestand

Der bestehende geschützte Baumbestand wird erhalten. Im Bereich des Neubaus
wird die Bodenplatte auf einen sickerfähigen Kieskoffer gesetzt, um den
Wurzelbereich der Bestandsbäume zu schützen. In der Realisierung wird ein
Baumschutzexperte hinzugezogen um situationsspezifisch auf den Bestand
reagieren zu können.

Materialisierungskonzept

Drei Materialien prägen das Wegesystem:
Beige gefärbter Asphalt im Bereich des Seeuferweges und den bestehenden
Gebäuden und eine ebenfalls beige, feinkörnige Chaussierung, die barfuss angenehm
zu begehen ist. Beide Beläge geben dem Wegesystem ein einheitliches
Erscheinungsbild mit mediterranem Flair.
Wie Intarsien liegen die Ortbetonplatten des bestehenden Wasserspielbereiches und
des neuen Gastro-Bereiches eingebunden in dieses Wegesystem.

Tragkonstruktion

Das Hauptdach ist zur Minimierung des Eigengewichtes und des
Materialverbrauches als Stahl-Beton-Verbundkonstruktion mit oben
angeordnetem Trägerrost konzipiert. Unter dem Trägerrost verläuft eine 8cm
dünne Betonplatte mit geschalter, sichtbar bleibender Untersicht.
Insgesamt lagert das Dach lediglich auf sieben filigranen Stahlstützen auf, von
denen nur seeseitig drei sichtbar sind, während die anderen vier über den
Nebenräumen angeordnet sind. Indem diese Stützen mit Seilen diagonal
verspannt werden, wird das Dach in horizontaler Richtung stabilisiert.
Die rückwärtigen Nebenräume sowie die durchgehende Bodenplatte auf
sickerfähigem Kieskoffer bestehen durchwegs aus Ortbeton.